Peter von Rimini (Rimini, ... - um 1345) war ein italienischer Maler, der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts tätig war und als einer der repräsentativsten Vertreter der sogenannten Rimini Schule von Giotto. Obwohl sein Werk von biografischen und kritischen Unsicherheiten geprägt ist, hat er das künstlerische Panorama des 14. Jahrhunderts zwischen Rimini, den Marken und der Emilia-Romagna nachhaltig beeinflusst.
Biografie und Ausbildung
Über das Leben von Pietro da Rimini ist wenig bekannt. Die einzige sichere Signatur ist die auf dem Kruzifix von Urbaniawobei der Name Petrus de Arimino. Aufgrund stilistischer Ähnlichkeiten wurden ihm jedoch im Laufe der Zeit zahlreiche weitere Werke zugeschrieben, was ihn zum repräsentativsten Künstler der Giottesken Strömung macht, die in den ersten Jahrzehnten des 14.

Es ist wahrscheinlich, dass Peter ein Schüler oder direkter Nachahmer von Giotto, der um 1310 in Rimini arbeitete. Seine Werke zeigen eine Sprache, die von den perspektivischen und volumetrischen Neuerungen des florentinischen Meisters beeinflusst ist, aber auch eine verfeinerte erzählerische Sensibilität, die der sienesischen Schule, insbesondere der Pietro Lorenzetti.
Zwischen Rimini, Tolentino und Pomposa
Pietro da Rimini bewegte sich in einem vielschichtigen und sich ständig weiterentwickelnden künstlerischen Umfeld. Kritiker haben im Laufe der Zeit versucht, die Konturen seines Schaffens zu definieren und es von dem anderer Meister aus Rimini zu unterscheiden, die in derselben Zeit tätig waren, wie z. B. Giuliano da Rimini, John Baronziooder die so genannte Meister von St. Peter in Sylvis e von Santa Maria in Porto Fuori. Mit diesen Künstlern teilte Pietro stilistische und thematische Elemente, so dass es häufig zu gegenseitigen Zuschreibungen und Vermutungen über die Existenz einer gemeinsamen Werkstatt kam.
Eines der Referenzwerke ist der Freskenzyklus in der Refektorium der Abtei Pomposa (1315-1320), das ihm zusammen mit Giovanni Baronzio zugeschrieben wird: hier, in der Szene derAbendmahl und in denen, die sich auf das Leben des Heiligen Abtes Guido beziehen, zeigen sich ein starker erzählerischer Sinn und eine Synthese aus traditioneller Ikonographie und räumlichen Experimenten.
Ein weiterer wichtiger Komplex ist der Kapelle der Basilika des Heiligen Nikolaus von Tolentinowo Petrus zusammen mit Giuliano da Rimini gearbeitet haben soll (1320-1325). Hier erzählt der dekorative Zyklus Episoden aus dem Leben Christi und des Heiligen Nikolaus von Tolentino in einer nüchternen und zugleich bewegenden Sprache, die dramatische Intensität und Spiritualität zu vermitteln vermag.
Bewegliche Werke und diskutierte Zuschreibungen
Außerhalb der Fresken zeichnet sich Pietro da Rimini auch durch eine Reihe von Arbeiten auf Holzeinschließlich:
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La Absetzung vom Kreuz (1325-1330), das sich heute im Louvre befindet und bei dem der Goldgrund von einer Darstellung des Schmerzes begleitet wird, die noch an byzantinische Vorbilder anknüpft, aber bereits von einer neuen Ausdruckskraft beseelt ist.
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Die Kruzifix in der Galleria Nazionale delle Marche in Urbino, vielleicht sein bekanntestes und raffiniertestes Werk.
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La Madonna mit Kind thront inmitten von Engeln und Heiligen (Longhi Collection), wo ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Feierlichkeit und Sanftheit erreicht wird.
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Das Fresko von Der heilige Franziskus (1333) in der gleichnamigen Kirche in Montottone bei Jesi, in der der Heilige zugleich hieratisch und sehr menschlich erscheint.
An Zuordnungsproblemen mangelt es jedoch nicht: Die Kruzifix in der Stiftskirche von Santarcangelo di Romagna wird heute von vielen als das Werk von Meister des Refektoriums Pomposawährend einige Tafeln und Fresken, die sich einst auf Petrus bezogen, dem Meister von Santa Maria in Porto Fuori.
Erbe und Stil
Der Stil von Pietro da Rimini ist von einer ständigen Spannung zwischen Innovation und Tradition geprägt. Seine Figuren haben oft sanfte, melancholische Gesichter mit meditativem Ausdruck; die Faltenwürfe sind sorgfältig konstruiert, aber ohne die lineare Eleganz von Siena; das Licht formt die Oberflächen, lässt aber eine gewisse formale Hierarchie intakt.
Auch wenn seine Kunst manchmal unstetig erscheint - auch aufgrund der verschiedenen Hände in den ihm zugeschriebenen Zyklen - stellt sie einen wesentlichen Schritt in der Verbreitung der giottesken Sprache entlang der Adria und in den Gebieten Mittelitaliens dar.
Hauptwerke
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Fresken im Refektorium der Abtei Pomposa (1315-1320)
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Fresken in der Kapelle von St. NicholasTolentino (1320-1325)
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Fresken aus St. ClareRavenna, heute im Nationalmuseum (1320-1340)
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Absetzung vom KreuzParis, Louvre (1325-1330)
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KruzifixGalleria Nazionale delle Marche, Urbino (1320-1350)
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Auferstehung und Noli me tangereStadtmuseum, Rimini (1325)
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KruzifixStiftskirche von Santarcangelo (1330-1335)
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Freistehende Fresken aus den EremitaniPadua (1330-1340)
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Der heilige FranziskusMontottone (1333)
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Ikone des gerechten Blutes, Jesi (1333)
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Signiertes KruzifixUrbania, Kathedrale des Heiligen Christophorus (1335-1340)
Schlussfolgerung
Die Zahl der Peter von Rimini ist in einem entscheidenden Moment der italienischen Malerei angesiedelt, zwischen dem Ende der byzantinischen Tradition und der Geburt der modernen Darstellung. Sein Beitrag, der oft unter fehlenden Signaturen und gemeinsamen Werkstätten untergeht, ist dennoch entscheidend für das Verständnis der Originalität und der Verbreitung von Giottos Sprache außerhalb der Toskana, in einer lebendigen Romagna, die offen für den künstlerischen Austausch ist, wo sich Gefühle mit Erzählungen vermischen und die Kunst zu einer visuellen Glaubensgeschichte wird.