Die Lunêri von Smembar Es handelt sich um einen berühmten Mondkalender aus der Tradition der Romagna, der seit 1845 ununterbrochen erscheint. Sein Erscheinungstermin ist jedes Jahr auf den 11. November, den Tag des Heiligen Martin, festgelegt.
Der Kalender, der auf einem großen Blatt im Format 50 x 70 cm gedruckt ist und an die Wand gehängt werden kann, besteht aus zwei Teilen:
– Eine Zirudëla, eine Hommage an das gerade zu Ende gegangene Jahr, die vollständig im romagnolischen Dialekt verfasst ist und von acht satirischen Karikaturen begleitet wird.
– Der Kalender Mondkalender ein regelrechter Kalender, der Angaben zu den wichtigsten religiösen Feiertagen, den Heiligen der Romagna, den Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, den Wettervorhersagen für jeden Monat sowie Tipps für die Aussaat enthält.
Der Ursprung dieses Mondkalenders hängt mit der der Glaube, dass die Mondphasen die landwirtschaftlichen Tätigkeiten beeinflussen. Um ihre Arbeiten zu planen, schlagen die Landwirte in der Romagna im Mondkalender nach, um den Beginn und das Ende der verschiedenen Mondphasen zu erfahren. Auch heute noch ist dieser Mondkalender eine wertvolle Orientierungshilfe für alle, die das Land bewirtschaften, und hilft ihnen bei der Entscheidung, wann sie den Wein umfüllen oder den Gemüsegarten aussäen sollen.
Die Lunêri von Smembar Er wurde in der Silvesternacht zwischen 1844 und 1845 geboren, als sich eine Gruppe von Freunden in der historischen *Ustareja dla Marianaza* (der „Osteria della Mariannaccia“, die noch heute besteht) im Zentrum von Faenza traf. Unter ihnen befand sich der der Maler Romolo Liverani, der Kupferstecher Achille Calzi und der Dichter Angelo Tartagni.
Die erste Ausgabe des Kalenders enthielt bereits die Merkmale, die unverändert bleiben sollten: die Sonnenfinsternisdie religiöse Feiertagedie Tagundnachtgleichen, und die Monatliche Tipps für den Gemüsegarten. Außerdem wurden die ideale Termine zum Heiraten, nämlich vom 7. Januar bis zum 4. Februar und vom 31. März bis zum 29. November. Die *Zirudëla* war und ist das Herzstück des Kalenderbuchs: eine satirische Rubrik, die das gerade zu Ende gegangene Jahr mit dem unverwechselbaren Humor der Romagna beschreibt.

