Ein Karstschatz zwischen Natur, Artenvielfalt und Geschichte
Die liegt in der Gemeinde Gemmano in der Provinz Rimini, die Geführtes Naturreservat Onferno Es handelt sich um eines der faszinierendsten Schutzgebiete der Emilia-Romagna. Es wurde 1991 eingerichtet, erstreckt sich über eine Fläche von 274 Hektar und ist heute fester Bestandteil des Natura-2000-Netzwerks (Gebiet IT4090001) mit der IUCN-Klassifizierung der Kategorie IV.
Eine Region zwischen Legende und Wissenschaft
Der Name „Onferno“ hat tiefe Wurzeln. Früher war er als „Inferno“ bekannt, wurde jedoch 1810 auf Wunsch des Bischofs von Rimini geändert, der diesen düsteren Bezug für unangebracht hielt. Die damaligen Einwohner glaubten tatsächlich, dass die Höhlen als wären diese Orte der Eingang zur Unterwelt: Zwischen wilden Schluchten, dichten Wäldern und winterlichem Dunst war diese Stimmung unvermeidlich.

Die Gipsgrotten
Das Herzstück des Naturschutzgebiets ist das Kars-Komplex der Onferno-Höhlen, die zu den bedeutendsten Gips-Tropfsteinhöhlen Italiens zählen. Sie wurden 1916 erstmals von Lodovico Quarina erkundet und erstrecken sich über eine Tiefe von mehr als 400 Metern mit einem Höhenunterschied von 64 Metern. In ihrem Inneren wechseln sich unterirdische Bäche, Kalksteinkonkretionen, aktive und fossile Bereiche, orangefarbene Tropfsteine, Mammelloni und Selenitkristalle ab.
In Onferno findet die größte Fledermauskolonie der Emilia-Romagna, mit über 8.000 Exemplaren von sieben verschiedenen Arten, von denen sechs von gemeinschaftlichem Interesse sind. Besonders wertvoll ist das Vorkommen des Mini-Fledermaus, eine in Europa vom Aussterben bedrohte Art.
Flora und Fauna
Das Naturerbe ist außergewöhnlich. Die Flora umfasst über 420 Pflanzenarten, darunter seltene wie Staphylea pinnata, Phyllitis scolopendrium e Polypodium australe, in einem Ökosystem, das vom stabilen Mikroklima der Höhlen geprägt ist (12–13 °C das ganze Jahr über).
La Fauna Sie ist typisch für den romagnolischen Apennin und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
-
Säugetiere: Stachelschwein, Fuchs, Dachs, Reh, Wildschwein, Igel, Hase und verschiedene Arten von Kleinsäugern.
-
Raubvögel: Mäusebussard, Turmfalke, Schwarzmilan, Sumpffalke, Schleiereule, Waldkauz und andere.
-
Reptilien und Amphibien: Grüne Kröte, Gelbbauch-Raufußkröte, Molch, Grüne Schlange, Kragennatter.
-
Kleine Vogelwelt: Sperlingsvögel, Fasanen, Eulen und Feldlerchen.
Das Dorf und das Museum
Auf der Spitze des Kreidefelsens erhebt sich die antike Burg von Onferno, heute ein malerisches Dorf und Sitz des Besucherzentrum und die Naturkundemuseum, das in der restaurierten Pfarrkirche Santa Colomba untergebracht ist. Das Museum ist auch für die Kleinsten konzipiert und bietet interaktive Rundgänge sowie spielerisch-didaktische Erlebnisse.
Umweltbildung
Onferno ist Bildungszentrum des CEAS „Scuola ParchiRomagna – P. Zangheri“ mit einem umfangreichen Bildungsangebot für Schulen und Gruppen. Die Aktivitäten umfassen unter anderem:
-
Höhlenforschung, Kartografie, Orientierung
-
Untersuchung von Fledermäusen, Karstphänomenen und Wildkräutern
-
Workshops zu den Themen Nachhaltigkeit, Insekten, Flora und Fauna
-
Multimedia-Vorführungen, Führungen und Sinneserlebnisse
Verwaltung durch die Verwaltungsbehörde für Parks und Biodiversität – Romagna in Zusammenarbeit mit dem WWF Rimini und dem Verein „La Nottola APS-ASD“.
Eine UNESCO-Stätte
Von 19. September 2023, wurden die Höhlen von Onferno anerkannt UNESCO-Weltkulturerbe im Rahmen der Website „Evaporiti di San Leo“. Ein weiterer Beweis für den wissenschaftlichen, ökologischen und kulturellen Wert eines der unterirdischen Wunder unseres Landes.
So besichtigen Sie die Höhlen
-
Dauer des Besuchs: ca. 90 Minuten
-
Empfohlene Ausrüstung: bequeme Kleidung, leichte Jacke, Wanderschuhe, Helm (wird vor Ort zur Verfügung gestellt)
-
Treffpunkt: Besucherzentrum, Via Provinciale Onferno 50 – Castello di Onferno, Gemmano (RN)
-
Infos und Reservierungen: Wenden Sie sich direkt an das Besucherzentrum
