Der Ort, der auf einer Ebene des Conca-Tals liegt, gilt als die „Hauptstadt“ des gesamten Tals; es ist ein bedeutendes Industriezentrum (berühmt für seine Teigwarenfabriken) und Schauplatz von Festen und Volksfesten (das älteste ist das Fest zu Ehren des Heiligen Gregor am 12. März, bei dem neben dem Fest auch ein Viehmarkt stattfindet).
Seit der Römerzeit war der Ort ein Stadtzentrum und entwickelte sich um das Jahr 1000 herum zu einer Stadt, als die Abtei San Gregorio errichtet wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte zwangen die Hochwasser des Flusses Conca die Einwohner mehrmals dazu, den Ort zu verlassen, doch im frühen 20. Jahrhundert erlebte Morciano eine Wiederbesiedlung und einen Wiederaufbau, wobei das alte, landwirtschaftlich geprägte Erscheinungsbild des historischen Ortskerns (Straßenbelag aus Ziegelsteinen, niedrige Gebäude und zum Fluss hin gelegene Terrassen) erhalten blieb.
Die Piazza del Popolo ist das Stadtzentrum und beherbergt unter anderem das Rathaus (mit Uhrturm und geschwungenen Balkonen), den Palazzo del Fascio (Parteisitz während der Hochphase des Regimes) sowie einen Brunnen (aus dem Jahr 1900, der Merkur zusammen mit vier Löwen darstellt).
Vom Platz aus gelangt man über eine kleine Straße aus glattgeschliffenen Ziegelsteinen in den alten Ortskern und erreicht die Piazza Umberto I. Hier kann man die Kirche San Michele Arcangelo besichtigen (im Inneren befinden sich drei Schiffe, die Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut wurden, nachdem sie durch ein Hochwasser des Flusses Conca zerstört worden waren),
die Kapelle der Seligen Jungfrau (aus dem 12. Jahrhundert, mit achteckigem Grundriss); auf demselben Platz befindet sich auch eine Gedenktafel zum Gedenken an den Besuch von Giuseppe Garibaldi im September 1859.
Auch die moderne Kunst ist in Morciano vertreten: Auf der Piazza Boccioni steht nämlich eine Skulptur des „Pomodoro“ (mit ausgebreiteten Flügeln).
